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Weinbruderschaft Franken

Aktualisierung am 08.07.2010

 

Franken trifft Baden

         

Vom 19. bis 20. Juni unternahmen wir eine Exkursion nach Freiburg i. Breisgau. Unsere Weinbrüder Schatzmeister Frieder Sünderhauf und Rainer von Andrian-Werburg, ehemaliger Oberpflegamtsdirektor des Juliusspitals Würzburg, hatten unseren Besuch in der südwestlichen Weinregion professionell in allen Einzelheiten vorbereitet. So konnten wir am Samstagmorgen starten und kamen nach einem Zwischenstopp an der Autobahnkirche „St. Christophorus“ Baden-Baden mit Vesperpause und vinologischer Stärkung schon mittags in Freiburg im zentral gelegen Hotel Merkur an.
Gestärkt durch Kaffee und Kuchen – natürlich mit Schwarzwälderkirschtorte – empfingen uns zwei freundliche Damen zur Innenstadtführung.

Freiburg präsentierte sich mit südlichem Flair voller Leben und geschichtsträchtigen Baudenkmälern. Uns beeindruckten vor allem die zahlreichen Bachläufe, der großzügig angelegte Marktplatz und das ehrwürdige Münster mit seinen wunderschönen Glasfenstern.

     

Das Abendprogramm führte uns zum Stiftungsweingut Freiburg, das seit mehr als 700 Jahren mit seinen Erlösen soziale Aufgaben erfüllt und nach mehreren Ortswechseln sein jetziges Domizil im Jesuitenschloss von Merzhausen fand. Verkaufsleiter Erwin Schneider empfing uns in der weitläufigen Anlage und erläuterte uns die Weinphilosophie seines Hauses. Das Stiftungsweingut bewirtschaftet 16 Hektar Rebfläche in und um Freiburg. Die besonderen Klima- und Bodenverhältnisse, die umweltschonende Pflege der Reben und der individuelle Ausbau im Keller garantieren die besondere Güte der Stiftungsweine. In der Zunftstube bekamen wir eine Auswahl davon zu kosten. Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder in verschiedenen Qualitätsstufen bis hin zur Spätlese überzeugten uns von der Besonderheit dieser Kostproben, dazu gab es ein reichhaltiges kalt-warmes Buffet.

   

Der Stiftungsdirektor der sechs kommunalen Stiftungen in Freiburg, Lothar A. Böhler, erläuterte ausführlich die Aufgaben dieser Einrichtungen und betonte die Bedeutung privater Initiativen, die keine politischen Forderungen stellen, sondern in selbstloser Weise den Schwachen und Bedürftigen unserer Gesellschaft dienen wollen. WB Rainer von Andrian-Werburg, der ja selbst der Juliusspitalstiftung lange Jahre vorstand, schloss sich diesen Ausführungen gern an und hob die europäische Bedeutung des Stiftungswesens hervor.

Im Bild von links: Schatzmeister Frieder Sünderhauf, Verkaufsleiter Erwin Schneider,
WB Rainer von Andrian-Werburg, Bruderschaftsmeister Dr. Dieter Weber, Stiftungsdirektor Lothar A.Böhler.

     

Am Sonntagmorgen trafen wir uns am Münsterplatz vor dem Haus „Zum schönen Eck“ – einem beeindruckenden Rokokogebäude, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dem Freiburger Maler, Bildhauer und Baumeister Johann Christian Wentzinger als Wohnsitz diente. Der Leiter der Abteilung Museum für Stadtgeschichte führte uns durch das Haus, das immer noch den privaten Charakter eines Künstlerwohnhauses erahnen lässt. Glanzstück des Museums ist die Münsterbaustelle – eine Mischung aus Architekturmodell und Zinnfigurendiorama.

   

Anschließend waren wir im Innenhof des Museums zu einer Weinprobe  (Probenliste hier) aus dem Haus der Badischen Weine eingeladen. Besonders der Gutedel fand zusammen mit dem dazu gereichten Gugelhupf großen Anklang, so dass in der nahe gelegenen Vinothek noch einige Einkäufe getätigt wurden.
Im Bild von links:
Schatzmeister Frieder Sünderhauf, Geschäftsführerin Alixe Winter, Museumsleiter Peter Kalchthaler, WB Rainer v. Andrian-Werburg

     

Der Nachmittag führte uns weiter durch das Höllental auf die Höhen des Schwarzwaldes. Dort genossen wir an einem Rastplatz mit dem bildhaften alemannischen Namen „Teufelsschwänzli“ ein badisches „Verspersäckle“ und fuhren weiter zu der ältesten Stadt Baden-Württembergs, dem malerischen Rottweil, wo uns der Wirt Ignaz und die Hebamme Genovefa in Kostümen des 18. Jahrhunderts erwarteten.

Die beiden Stadtführer (linkes Bild) brachten uns in einem spannenden Rundgang eine Zeit voller barocker Pracht und Lebenslust aber auch die Beschwernisse der armen Bevölkerung anschaulich nahe.

     

Nach einem stärkenden Abendessen in einem Traditionslokal traten wir die Heimreise an.

Gruppenbild mit Rottweiler in Rottweil

 

Die Dankesworte sprach Bruderschaftsmeister Dr. Dieter Weber in unser aller Namen:
„Am Ende der Fahrt, bevor wir wieder das heimatliche Würzburg erreichen, möchte ich mich im Namen aller Reiseteilnehmer herzlich bei den beiden Organisatoren Herrn v. Andrian-Werburg und Herrn Sünderhauf bedanken. Beide haben zusammen mit ihren Damen liebevoll und akribisch genau, bis hin zu den Zeitplänen, eine Exkursion vorbereitet, bei der vorbildlich die Themen Wein und Kultur berücksichtigt wurden. Für viele neu war die vertiefte Beschäftigung mit dem Stiftungsgedanken, der auf vielen sozialen Feldern im Dienste der Gemeinschaft wirkt. Dass wir mit Herrn Böhler aus Freiburg den führenden deutschen Stiftungs-Fachmann kennen lernen konnten, war sicher ein bemerkenswerter Ertrag der Reise.
Wir Franken konnten auch mit ein bisschen Stolz dabei erfahren, dass Würzburg mit seinem Bürgerspital und Juliusspital – neben Freiburg – so etwas wie die Stiftungshauptstadt Deutschlands ist. Zu den Aufgaben der Weinbruderschaft gehört auch die Pflege der Kontakte zwischen den Weinregionen und den einzelnen Weinbruderschaften. In dieser Hinsicht vernehmen wir gerne, dass in Freiburg Pläne bestehen, eine Weinbruderschaft zu gründen. Soweit unsere Erfahrungen und Beziehungen dabei im Sinne einer Patenschaft gefragt sind, wie Herr Böhler angedeutet hat, wirken wir natürlich gerne mit.
Ein Dank gilt auch dem Ehepaar Dürrnagel, das uns nicht nur sicher und komfortabel befördert hat, auch für unser leibliches Wohl bei zwei Mittagspausen sorgte. "

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