Weinbruderschaft Franken e.V.

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Weinbruderschaften
(GDW)

Festabend der Weinbruderschaft 2015

21.11.2015, NOVUM

Im Prinzip war man sich im Bruderrat schon seit geraumer Zeit einig: durch einen beständigen Wechsel der Veranstaltungsräume sollte etwas frischer Wind in die traditionsreiche, fast feierliche Veranstaltung des Festabends kommen. Unter der Prämisse des neuen Veranstaltungsortes NOVUM entwickelte sich dann so etwas wie ein Paradigma-Wechsel.

Neue Techniken ergeben neue Möglichkeiten! Knapp 140 Gäste waren der Einladung zum 33. Galaabend der Weinbruderschaft gefolgt, darunter Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes – natürlich in Begleitung der amtierenden Weinkönigin Kristin Langmann. Die Weinkönigin höchstpersönlich führte dann zusammen mit Moderator Jürgen Gläser vom Bayerischen Rundfunk durch den gesamten Abend. Die erste Neuerung kam sehr gut an, denn die wirklich gelungene Moderation, verbunden mit dem exzellenten Weinwissen war eine große Bereicherung für alle Beteiligten.

Neuaufnahmen per Videoporträts

Die zweite Neuerung betraf die Vorstellung der Neuaufnahmen. Im Vorab vom Filmteam des Egbert-Gymnasiums in Münsterschwarzach gefilmt, ergaben sich eine sehr unterhaltsame Vorstellung der Neumitglieder. Eine sehr gelungene Idee. Die einst so schwierige Zeit der Neuaufnahmen wandelte sich in einen völlig neuen Programmpunkt.

In der ersten Reihe

Nicht so sehr der Bruderschaftsmeister, sondern das ganze Team war gefragt. Die TV-Projektion mittels Handy durch Mauritius vom Egbert-Gymnasium in Münsterschwarzach hatte fast Profiqualität – moderne Technik halt. Durch die Großbildschirme war das Geschehen für jeden Gast unmittelbar erlebbar. Jeder saß quasi in der Ersten Reihe – egal von welcher Seite man dies betrachten wollte. Das NOVUM mit dem neuesten elektronischen Bus-System und einer kompletten LED-Beleuchtung spielte auf dem Klavier der modernsten Technik.

So kam auch ein weiterer Star des Abends gut zur Geltung: Koch Markus Grein konnte die Gelegenheit nutzen und jeden Gang persönlich vorstellen. Im Zwiegespräch mit den beiden Moderatoren ergab sich ein unterhaltsamer Abend.

Weine und mehr...

Die lockere und unterhaltsame Moderation kam auch den Weinpräsentationen der anwesenden Winzern entgegen, die dieses Mal ihre Weine komplett persönlich  vorstellen konnten. Auch hier neue Wege der Darstellung.   

Alles anders, alles neu und doch die Tradition bewahrt

Dieser gelungene Festabend zeigte deutlich die Entschlossenheit des Bruderrates die Tradition der Weinbruderschaft Franken zu wahren und trotzdem neue Formen und neue Wege zu finden um die Weinbruderschaft modern und attraktiv zu gestalten. Bruderschaftsmeister Martin Pohl war sicherlich mehr eingespannt als ursprünglich angedacht. Aber am Ende war das Werk gelungen, sehr unterhaltsam, sehr abwechslungsreich, niemals langweilig und dazu erlesene Speisen und gleichwertige Weine. Ein gelungener Relaunch des traditionellen Festabends der Weinbruderschaft.

Weinbruderschaft Franken organisiert Traubensegnung zum 25. Mal

Erst religiös, dann schmackhaft: Eine schönere Auftakt- oder besser Begleitveranstaltung zur beginnenden Weinlese hätte es nicht geben können. Über 100 Besucher kamen am Freitag in die Kirche St. Peter und Paul nach Großwallstadt, um bei der alten Tradition der Traubensegnung dabei zu sein.

Nach dem Gottesdienst fanden sich die Gäste im Restaurant Wallstadts zur Weinprobe mit Menü ein. Organisiert hat diese zweiteilige Veranstaltung die Weinbruderschaft Franken und der Weinbauverein Großwallstadt, federführend durch den zweiten Vorsitzenden Klaus Giegerich.
Pfarrer Ernst Haas machte aus den Gottesdienst ein Erlebnis. Seine Predigt war fesselnd: Er verglich das Leben mit der Aufzucht und Pflege der Weinstöcke und dem Endprodukt Wein. Die Geburt setzte er mit dem Pflanzen und Setzen junger Weinpflanzen gleich. Sie bräuchten in der ersten Zeit besonders gute Pflege und Aufmerksamkeit. Später müssten die Stöcke angebunden, geschnitten und in Form gebracht werden - wie junge Heranwachsende manchmal auch etwas mehr, um sie auf den richtigen Weg zu bringen. Ob der Wein letztlich gut wird, hänge von vielen Faktoren ab, größtenteils vom Wetter. Und wie im richtigen Leben stürmt und regnet es oder es scheint die Sonne.
Nach dem Lesen seien die Trauben vermanscht und unansehlich. Das gäbe es auch beim Menschen, so Haas: Manche Situationen seien auf den ersten Blick schwierig und unschön, aber am Ende reifen die Dinge zum Guten, so wie der Wein. Oder umgekehrt: Manchmal merke man erst hinterher, welche Wucht die Dinge haben. In diesem Zusammenhang erwähnte Pfarrer Haas den Federweißer und erntete Lacher in der Kirche. Nach seiner eindrucksvollen Predigt segnete Haas die frisch gelesenen Trauben, die Winzer am Altar abgelegt hatten.
Im Restaurant Wallstadts bei Liebes empfing Klaus Giegerich anschließend 60 Weininteressierte, darunter auch Landrat Jens Marco Scherf und Bürgermeister Roland Eppig, zur Weinprobe. Toll hergerichtete Häppchen wie Schinken mit Kürbiswürfel oder Braten mit grüner Soße schafften eine gute Grundlage für den ersten Wein, ein 2013 Müller-Thurgau vom Weingut Ludwig Giegerich, den Klaus Giegerich mit einem Gedicht anmoderierte.
Insgesamt verkosteten die Gäste sechs Weine und einen Sekt von sechs verschiedenen Weingütern. Die Winzer stellten ihre Weine selbst vor, so wie Erna Scherer ihren Silvaner: »Genießen Sie diesen flüssigen Sonnenschein und lassen Sie den Wein über ihre Zunge tanzen.«

Text und Bilder Anja Keilbach

 

 

Festabend der Weinbruderschaft

06.12.2014, Maritim Würzburg

Der jährliche, traditionelle und feierliche Festabend der Weinbruderschaft Franken fand erneut im Hotel Maritim statt. Rund 140 Gäste zelebrierten unter Anleitung des Kellermeisters der Weinbruderschaft, Dipl. Ing. (oen.) Hermann Mengler, die Wiederentdeckung der „Alten Reben“. Unter diesem Thema stand auch der Winzerehrenpreis, den in diesem Jahr das Winzerehepaar Müller aus Volkach aus den Händen der fränkischen Weinkönigin, Christine Ungemach, in Empfang nahm. Insgesamt hatten 26 Winzer ihre Weine zum Thema „Alte Reben“ eingereicht.
Weinbruder und Küchenchef Klaus Koch hatte wieder ein leckeres Menü gezaubert.

Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung der Ehrenmedaille an Dr. Dieter Weber für seine Verdienste um die Weinbruderschaft Franken. Gleichzeitig erhielten vier neue Mitglieder ihre Aufnahmeurkunde. Prominentester neuer Weinbruder ist Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel.

Weinprojekt der LWG Studenten

Am Montag, den 5. Mai verkostete die Weinbruderschaft in den Räumen der Gaststätte „Blauer Adler“ die 7 verschiedenen Weine des Weinprojektes 2013/14 der 24 LWG-Studierenden.

Die Klasse der Studenten wurde in 5 Gruppen eingeteilt, die jeweils 2.000 Quadratmeter Weinbergfläche zur Verfügung hatten, um ihre Weintrauben anzupflanzen. Bei den anfallenden Maschinenarbeiten wurden die Schüler großzügig vom Weinbauversuchbetrieb der Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) und den Weinbergbesitzern Elmar Röhm (Thüngersheim) und Bernhard König (Randersacker) unterstützt.. Um den unverfälschten Geschmack darzustellen haben die Studenten ein modernes Flaschendesign gewählt. Die  jungen Weinküfer/-innen und Winzer/-innen sind der Meinung das man Wein nicht nur mit gehobener Küche trinken sollte, sondern auch mit schneller unkomplizierter Küche zum selber nachmachen oder zum Kaufen an allen Orten der Welt. Jung, modern, neue zeitgerechte Grenzen setzen und Tabus brechen mit neuen Ideen und Innovationen, das ist die Technikerklasse Fachrichtung Weinbau und Kellerwirtschaft, für ein neues Stück Lebensqualität.

Mehr Informationen

Historische Rebsorten und historische Weinkulturlandschaft in Franken

 Mit 65 Teilnehmern war auch dieser Vortrag wieder gut besucht.  Das höchst anspruchsvolle Thema erforderte aber auf Grund der Komplexität allerhöchste Aufmerksamkeit. Josef Engelhart von der Landesanstalt  für Weinbau und Gartenbau sprach von seltenen bis quasi ausgestorbenen Reben, von denen teilweise nur noch ein Rebstock existiere. Außerdem war vom Klonen und neuer Aufzucht die Rede. Spannend! Dieses Thema werden wir ausführlich in den nächsten Ausgaben der „Auslese“ behandeln. Der anschließende Vortrag  von WB Peter Doneis erläuterte die Aufgaben und Ergebnisse der Flurbereinigung für die fränkische Weinkulturlandschaft. Die Kurzvorstellung des Weingutes Pohl aus Eibelstadt, besonders die Weinverkostung war ein schöner Abschluß.

31.3.2014

Mitgliederversammlung der Weinbruderschaft Franken e.V. 2014

Knapp 50 Mitglieder der Weinbruderschaft waren der Einladung zur Mitgliederversammlung am 10. März 2014 in den Saal des Sieboldmuseums gefolgt. In nur knapp 53 Minuten wurden die gesamten Tagesordnungspunkte erledigt. Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer bedankte sich zum Schluß bei Familie Klein-Langner für die Gastfreundschaft des Sieboldmuseums.

Frankens jüngstes Kind – der Jahrgang 2013

Die Atmosphäre im Keller des Bürgerspitals hatte schon fast den Hauch von Tradition bei dieser Jungweinprobe des Jahrganges 2013. Zum zweiten Mal diente der prächtige Keller des Bürgerspitals als Kulisse für eine fast zweistündige Verkostung. The same procedure as last Year: Knapp 90 Gäste, darunter auch einige potentielle Neumitglieder, verfolgten aufmerksam die Darbietungen von Kellermeister Franz Sauer zu den nicht beinflussbaren, abwechslungsreichen Sprüngen der Natur. Was die sieben Weingüter dann daraus zauberten, bezeichnete Franz Sauer als eine "Jungweinprobe der Premium-League". 

Ein gelungener Einstieg ins neue Jahr.

Weihnachtsfeier 2013

Der vorweihnachtliche Abend in Julius-Spital

Unser traditioneller vorweihnachtlicher Abend fand wie immer in der Zehntscheune des Julius-Spital statt. Die Konzertpianistin Elena Storojouk begeisterte mit bekannten und unbekannten Melodien und die Autorin und Dichterin Cornelia Böse las Ihre neuesten Weihnachts-Geschichten in Versform vor - der Abend schien eine Wiederholung der letztjährigen Weihnachtsfeier. Doch die Gäste erfreuten sich erneut an dieser stilvollen Feier und dem stimmungsvollen Rahmen in der Zehntscheune. Weinbruder Wolfgang Apel hatte alles wieder minutiös organisiert. Die über 100 Teilnehmer waren zufrieden und gelöst. Ein angenehmer Abschluss des Jahres 2013.

Film des Festabends 2013

Bruderschaftsrunde Heckenwirtschaft Raps

Trotz hochsommerlicher Temperaturen hatten sich zur Bruderschaftsrunde am 5. August in der Heckenwirtschaft der Familie Raps in Essfeld etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingefunden. Ein gemütlicher Abend mit vielen Gesprächen , einem guten Essen und guten Weinen – und ein guter Start in die Woche.

Besuch des Weinortes Heidingsfeld

(pth) An einem der heißesten Tage des Jahres war die Besichtigung des Weinortes Heidingsfeld angesetzt. Trotz der Temperaturen für das Freibad, waren über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Straßenbahntreffpunkt pünktlich zur Stelle. Hatte doch Stadtrat und „Stadtkenner“ Willi Dürrnagel persönlich die Stadtführung übernommen. Sachkundig und informativ stellte er in kurzen Zügen die Geschichte des Städtchens Heidingsfeld dar. Schnell gewann man den Eindruck, daß die Stadt Heidingsfeld in früheren Jahren stattlicher und eindrucksvoller gewesen sein könnte. Erst langsam während der Führung konnte man die Bemühungen zur Restauration der alten Stadt, die im Krieg komplett zerstört worden war, erkennen. Eindrucksvoll renoviert das Haus Dürrenberg14 - das älteste Winzerhaus in Unterfranken, erbaut 1431. Natürlich dachte fast jeder an die bevorstehende Weinprobe im Winzerkeller, aber zwei kleine Weinproben zwischendurch (bei de Santo und beim Weingut Feser gegenüber dem Dürrenberg) und die Begrüßung durch die Weinprinzessin umrahmten den Stadtbummel.

Symposion Frauen und Wein (-bruderschaft)?

Die Weinbruderschaft hat sich die Pflege der Weinkultur auf die Fahnen geschrieben. 30 Jahre ist die Gemeinschaft inzwischen alt und wurde bisher ausschließlich von Männern geprägt. Doch das könnte sich ändern. Im Oktober hat sich der Bruderrat mit dem Thema Aufnahme von Frauen befasst und will der Mitgliederversammlung im März einen Vorschlag unterbreiten. Im Rahmen einer Bruderschaftsrunde sollte ein eigener Abend am 8. Oktober dazu dienen um das Thema einmal ausführlich zu betrachten. Als Referent konnte dazu Prof. Dr. Ing. Axel Poweleit, stellvertretender Bruderschaftsmeister positive Erfahrungen aus seiner Weinbruderschaft berichten. Seine Thesen können wie folgt zusammengefasst werden:

 - Wir brauchen weder Männer noch Frauen, sondern engagierte und kreative Mitglieder!

 - Weinkultur ist nicht teilbar in männlich und weiblich!

 - Jede Bruderschaft hat langfristig Probleme, vor allem in der Öffentlichkeit, wenn sie sich der Zeit verschließt!

 Frau Dr. Gabriele Brendel, Sprecherin von Vinissima, stellte deutlich heraus, dass sich die Strukturen von Vinissima und der Weinbruderschaft überhaupt nicht vergleichen lassen. Es geht bei Vinissima um Powerfrauen, die sich allesamt Berufen rund um den Wein gewidmet haben und dort herausragende Arbeit leisten, quasi eine Art Berufsvereinigung. Die Diskussion war insgesamt sehr lebhaft.

Festabend 2012

Ehrenabend im Maritim Die Pflege der Weinkultur hat sich die Weinbruderschaft auf die Fahnen geschrieben. 30 Jahre ist die Gemeinschaft inzwischen alt und wurde bisher ausschließlich von Männern geprägt. Doch das könnte sich ändern. Im Oktober hat sich der Bruderrat mit dem Thema Aufnahme von Frauen befasst und will der Mitgliederversammlung im März einen Vorschlag unterbreiten. Das kündigte Bruderschaftsmeister Edgar Schäffer beim Ehrenabend im Maritim Hotel an. Die Fränkische Weinkönigin Melanie Dietrich und die Randersackerer Weinprinzessin Johanna Lang gaben dem Abend schon einmal weiblichen Glanz, und der Kellermeister der Bruderschaft Herrmann Mengler machte schon einmal Geschmack auf das Thema Wein und Frauen, indem er an diesem Abend zum Essen von Klaus Koch, Weinbruder und Küchenchef des Maritim, zwei Weine fränkischer Winzerinnen vorstellte, einen „frischen Feger" von Nina Bunzelt aus Nordheim und einen „duftigen Verführer" von Andrea Wirsching aus Iphofen. Zunächst aber hatten noch die Männer den Vortritt in der Weinbruderschaft. So wurde als neues Mitglied Alfred Schwab aus Thüngersheim aufgenommen. Er ist leidenschaftlicher Bio-Winzer und Vorstandsmitglied in der fusionierten Winzergenossenschaft Divino Nordheim/Thüngersheim, zudem in der Vorstandschaft der Raiffeisenbank Thüngersheim. Schwabs Paten für die Aufnahme waren Bruderschaftsmeister Schäffer und Franz Kollross, Weinbruder und Rechtsanwalt aus Thüngersheim. Männlich waren auch die diesjährigen Preisträger der Weinbruderschaft. Den Winzerehrenpreis erhielt der Eußenheimer Winzer Klaus Höfling, der die Ehrung mit seiner Frau Miriam entgegennahm. Er hatte sich gegen starke Konkurrenz mit seinem Weißburgunder 2009 Gössenheimer Homburg Spätlese trocken durchgesetzt. Der bereits im Sommer überreichte Weinkulturpreis ging in diesem Jahr an den Arbeitskreis „Franken – Wein.Schöner.Land!". Die Ehrung für das verdienstvolle Wirken um die Förderung des Wein-Tourismus nahm der Moderator des Kreises Artur Steinmann (Sommerhausen) entgegen. Die Ehrenmedaille der Weinbruderschaft ging an Kellermeister Franz Sauer aus Randersacker. Autor: Herbert Kriener / Main-Post 

Kultige Weine

Zur Veranstaltung „Fehlerhafte und kultige Weine“, von Bernd Amling FREAK SHOW ! (Freak (englisch): „absurde oder sehr ungewöhnliche Idee, Tat oder Erscheinung“) „Sehr ungewöhnlich“, das ist wohl die neutralste Umschreibung der Gemeinsamkeiten, die die 26(!) Weine des denkwürdigen Abends (eher „Nachmittags“, Beginn um 17.00) am 3.12.in den dafür eigentlich viel zu nüchternen Räumen des Bezirks Unterfranken in der Silcherstraße zusammenfassen könnte: „Fehlerhafte und kultige Weine“ lautete das Thema der hervorragenden Veranstaltung , und wenn es in der zweiten Hälfte nicht gar so schnell gegangen wäre hätte unsere zu Recht hochverehrte „Supernase“ Hermann Mengler uns am Schlus auch noch ein Glas Heizöl kredenzen können und wir hätten uns nach 2-3 erläuternden Sätzen von ihm wahrscheinlich ein anerkennendes „sehr interessant, sehr ungewöhnlich“ zugeraunt! Denn: „D e n Fehler gibt es nicht“ alles ist subjektiv und „Kult“ ergibt sich immer aus der Kombination von: 1.: auffällig 2.: knapp bzw. rar, daraus resultiert dann 3.: der hohe Preis, aber 4.: nur wenn ein – am besten selbst kultiger – Journalist den jeweiligen Wein als eben „sehr ungewöhnlich“ bejubelt! So schlürften wir uns durch spontan in der eingegrabenen Betonamphore auf der Maische vergorene autochthone Frappato Cuvées aus Sizilien und sonst wo aus der ganzen Welt. Dabei lauschten wir andächtig den Erläuterungen unseres Kellermeisters, warum so eine Flasche weltweit für 59, 84 oder gar 110 Euro gehandelt wird. Statt der Probenfolge hier ein paar Zitate: „Dieser Wein verwirrt den Verstand und betört die Sinne.“ „Ich hab nicht gesagt, dass des heut´ ä reins Vergnügen wird!“ „So ein Wein tät´ bei der fränkischen Weinprämierung niemals die Prüfnummer krieg´!“ „Wir Franken sind zu billig für Kult.“ Beruhigend aber schlussendlich die Erkenntnis: was heute als Mode weltweit Furore macht, hat es früher auch schon mal gegeben. Selbst der bei uns heute verpönte edelfirne Botrytiston – quasi der Knickerbocker unter den Weinen/Hosen – ist woanders schon wieder „Kult“, riecht halt leider auch manchmal so… Am Schluss fast schon vorweihnachtlich andächtige Stille: sogar der Fürst´sche Spätburgunder „R“ verneigte sich demütig vor dem 1986er „Ornellaia“ Chapeau, Mengler! p.s.: So ein „ganz gewöhnliches“ Scheible Schwarzbrot…. Dr. Bernd Amling