Exkursion ins Saale-Unstrut-Gebiet
Text: Peter Schwappach, Fotos: Peter Schwappach, Peter Doneis

Vier Tage, jede Menge Geschichte, Kultur – und natürlich Wein: Die Weinbruderschaft Franken machte sich für ihre Exkursion auf den Weg ins Saale-Unstrut-Gebiet.

Schon der Auftakt hatte es in sich: Auf der Wartburg trennten sich kurz die sportlichen von den cleveren Weingeschwistern – während die einen den Berg erklommen, chauffierte der Shuttlebus die anderen ganz entspannt nach oben. Belohnt wurden alle mit Geschichte, einem großartigen Burgführer und einem herrlichen Ausblick.
In Gotha wartete Waidknecht Schnabel mit allerlei Geschichten. Neben Luther, Schloss Friedenstein, dem Leinakanal und kuriosen Bauwerken ging es auch um Wilhelm von Grumbach, der seinen Streit mit den Würzburger Fürstbischöfen auf denkbar ungemütliche Weise austrug – und dafür 1567 in Gotha gevierteilt wurde. Nach so viel Geschichte half nur noch ein Eis.

Dann endlich: Wein! Im VDP-Weingut Pawis in Zscheiplitz erfuhren die Franken, wie auf historischen Klostermauern heute Riesling, Burgunder und Co. entstehen. Verkostet wurden unter anderem Müller-Thurgau, Bacchus, Grauburgunder, Riesling und Weißburgunder. Gemeinsamkeiten mit Franken gab es ebenfalls: Muschelkalkböden, Spätfrost und die Erkenntnis, dass der Weinbau manchmal durchaus Charaktertraining ist.
Der zweite Tag stand unter dem Motto „Kirche und Wein“. Der Naumburger Dom beeindruckte mit seinen berühmten Stifterfiguren, allen voran Uta von Ballenstedt. Besonders passend für die Weinbruderschaft: „Christus Ianua Vitae“ – Christus, die Tür zum Leben – erinnerte an den eigenen Wahlspruch „Vitis Ianua Vitae“. Danach folgten Kloster Pforta mit Weinbergsführung und Weinprobe sowie die älteste deutsche Sektkellerei in Naumburg. Dort zeigte Bruderschaftsmeister Peter Schwappach beim Sabrieren einer Sektflasche eindrucksvoll, dass man in der Weinbruderschaft durchaus auch mit Klingen umgehen kann.


Am dritten Tag standen Winzervereinigung Freyburg-Unstrut, Rotkäppchen und Schloss Neuenburg auf dem Programm. Die Genossenschaft beeindruckte mit rund 400 Hektar Rebfläche und historischen Leitungen aus Jenaer Glas. Bei Rotkäppchen gab es Sekt, Geschichte und Markenwissen, bevor die riesige Neuenburg erkundet wurde.
Zum Abschluss ging es nach Bad Kösen zur historischen Salzgewinnung und anschließend nach Weimar – auf Goethes Spuren, durch Park und Altstadt und natürlich in die Vinothek „Alte Liebe“. Dort endete die Reise bei Wein, gutem Essen und bester Stimmung.

Fazit: Vier Tage voller Kultur, Geschichte, Wein und Geselligkeit – und die Erkenntnis, dass man auf einer Weinreise erstaunlich viele Kilometer zurücklegen kann, ohne dabei jemals vom rechten Weg abzukommen. Prost!

Und für alle, die sich ausführlich informieren wollen, sind hier die Exkursionsberichte in Langfassung:

Donnerstag, 4. Juni 2026 (Peter Schwappach)
Wartburg
Bei der Exkursion der Weinbruderschaft Franken ins Saale-Unstrut-Gebiet war die Wartburg bei Eisenach der erste Halt. Während die sportlichen Weingeschwister zu Fuß auf die rund 100 m höher liegende Burg hochstiegen, ließen sich die anderen ganz bequem von einem Shuttlebus hinauffahren. Ein hoch motivierter Führer leitete uns durch die einzelnen Räume und Gemächer.

Mit seiner, schon fast schauspielerhaften Rhetorik verstand er es, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nach dem grandiosen Rundblick über Eisenach und den Thüringer Wald und ging es wieder zurück zum Bus.
Stadtführung Gotha
In Gotha erwartete uns der Waidknecht Schnabel zu einem Rundgang durch die Stadt. Die nach der Schutzpatronin St. Gotharda benannte Stadt wurde 775 von Karl dem Großen gegründet. Sie beherbergt heute noch 48.000 Einwohner, ist jedoch nach der Wende geschrumpft. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt nicht zerstört, weil sie den US-Truppen kampflos übergeben wurde.
Das Augustinerkloster stammt aus dem 13. Jahrhundert. Hier hat Martin Luther schon vor der Verkündigung seiner Thesen gegen die Unsitten im Kloster gepredigt. Er ist dann durchs Land gezogen, um die Sitten in den Klöstern zu überprüfen.
Am Amtsgebäude von 1669 fällt der markant grüne Hecht über dem Eingang auf. Das Gebäude war ursprünglich ein Gefängnis und wurde später als Schule genutzt. Das Rathaus von Gotha war ursprünglich ein Kaufhaus und wurde erst später zum Rathaus umgewidmet. Die Steinhäuser in der Stadt waren meist Speicher für Färberwaid.
Die Wasserversorgung für Gotha wird seit 1369 aus 30 km Entfernung über den Leinakanal in die Stadt geleitet. Die oberhalb des Marktplatzes angelegten Kaskaden, auf denen das Wasser in die Altstadt läuft, sind an die von Kassel am Herkulesturm angelehnt.
Oberhalb der Altstadt liegt Schloss Friedenstein. Es wurde auf Ruinen eines Grumbach-Schlosses noch zu Zeiten des 30jährigen Kriegs (1640-1653) errichtet. Der Wasserspeier vor dem Schloss war ursprünglich eine Pferdetränke.
Herzog Ernst, der Fromme übernahm nach dem 30jährigen Krieg die Herrschaft in Gotha. Er gründete damit das Fürstenhaus Sachsen-Coburg-Gotha und unter anderem die allgemeine Schulpflicht eingeführt.
Wie uns der Waidknecht informierte, hat Gotha mit dem Rimparer Ritter Wilhelm von Grumbach einen engen Bezug zu Würzburg. Der hatte nämlich im 16. Jahrhundert Ärger mit den Würzburger Fürstbischöfen von Bibra und von Zobel. Um der Zahlung von ungeliebten Abgaben an die Bischöfe zu entgehen, ließ Grumbach stattdessen den Bischof auf der Alten Mainbrücke ermorden. Zwar flüchtete er danach zunächst, wurde aber schließlich doch gefasst, verurteilt und am 18.04.1567 in Gotha gevierteilt. Die Reisegruppe konnte einen Erinnerungsstein auf dem Marktplatz von Gotha besichtigen.

Nach dem Rundgang versorgten sich einige noch mit einer Portion Eis, bevor die Fahrt an unser eigentliches Ziel, Saale-Unstrut weiterging.

Weingut Pawis
Am Ende des Tages besuchten die Weingeschwister schließlich das erste Weingut im Gebiet Saale-Unstrut. Derzeit gibt es hier ca. 760 ha Weinbau. 1856 wurde in Freyburg die Rotkäppchen-Kellerei gegründet, eine der ältesten Weingüter des Gebiets.
Im Freyburger Stadtteil Zscheiplitz liegt das VDP-Weingut Pawis. Es bewirtschaftet heute rund 16 ha Weinberge, von denen ein Drittel Steillagen sind. Markus Pawis, der den Betrieb zusammen mit seinem Bruder Christian führt und ihn erst vor kurzem von seinen Eltern übernommen hat, führte uns durch den Betrieb. Das Weingut ist Mitglied im VDP. Angebaut werden vor allem die Sorten Riesling, Weiß- und Grauburgunder
Der Betrieb ist einem ehemaligen Kloster untergebracht. Landgraf Friedrich III. von Thüringen wurde 1085 im Pfalzgrafenmord umgebracht. Seine Frau wurde von Ludwig dem Springer geheiratet. Als Sühne hat Ludwig in Zscheiplitz ein Benediktinerinnenkloster gegründet. Es bestand bis zu Reformation bestand und war danach ein Rittergut.
Zu DDR-Zeiten wurde das Gut in eine LPG umgewandelt, die nach der Wende liquidiert wurde. Die Gebäude standen deshalb lange Zeit leer. Die heutigen Eigentümer, Familie Pawis haben zwei Gebäude der ehemaligen Klosteranlage erst nach und nach gekauft und renoviert. Die zum Kloster gehörende Kirche stammt vom Anfang des 12. Jahrhunderts und ist bis heute noch in Betrieb.
Der Wasserspiegel des Brunnens im Brunnenhaus liegt zwar 90 m tief, hat aber keinen Grundwasseranschluss. Er wurde in jahrzehntelanger, mühsamer Arbeit von den Bewohnern des Klosters vergeblich in den Fels gehauen. Markus Pawis führte anschaulich vor, dass oben ausgeschüttetes Wasser ca. 10 Sekunden braucht, bis es auf dem Grund plätschert. Von der Burg hatten wir einen grandiosen Blick auf die Stadt Freyburg. Der Name „Freyburg“ kommt daher, dass Bürger, die sich zu Füßen der Burg angesiedelt haben, von Steuern befreit waren = Freyburg.
Das Weingut wurde 1998 vom Vater Pawis gegründet. Neben Grauburgunder gibt es noch viel Riesling im Betrieb. Eine Absatzkrise wie in Franken ist hier nicht zu spüren. Neu gepflanzt wurden die Piwi-Sorten Pinotin und Cabernet Blanc. 2024 gab es im Gebiet fast keine Traubenernte, weil 80% der Weinberge durch Spätfrost erfroren sind, ähnlich wie auch in Franken. Eine weiter Gemeinsamkeit ist, dass die Weinreben überwiegend auf Muschelkalk-Böden wachsen.
Folgende Weine wurden verkostet:
2025 Müller-Thurgau trocken, Gutswein: frisch, fruchtig, leicht exotisch.
2025 Bacchus trocken (10 €)
2025 Grauburgunder Gutswein: eine der weit verbreiteten Sorten im Gebiet.
2025 R736 Riesling Ortswein aus dem Terrassenweinberg: man muss 736 Stufen hochsteigen, um den Weinberg im Schweigenberg zu erreichen. Er soll künftig als Erste Lage verkauft werden
2025 Erste Lage Zscheiplitzer Himmelreich Weißburgunder: schöne Frucht, viel Schmelz
Freitag, 5. Juni (Dr. Wolfgang Herkert) Tagesschwerpunkt: Kirche und Wein

Traumhaft gut ausgeruht, frühstücksverwöhnt und ein bisschen Rotkäppchen-gedopt im wunderbaren Edelackerhotel freuten sich alle auf das Highlight des Tages, den Naumburger Dom, sakralarchitektonische Schnittstelle zwischen Spätromanik und Frühgotik und Weltkulturerbe seit 2018. Unsere fachkundigen Dom-Guides Katharina und Henry führten uns in einer spannenden Zeitreise über die Franziskus von Assisi-Treppe, die romanische Krypta, den Ostchor mit seinen beeindruckenden Glasfenstern und Chorgestühl, den romanische Ostlettner, als ältesten erhaltenen Hallenlettner von1230, in das das 100 m lange und 22 m hohe dreischiffigen Langhaus, an dessen anderem Ende der gotischen Westlettner mit Kreuzigungsgruppe und Passionsreliefs als bedeutendste Werke mittelalterlicher Bildhauerkunst beeindruckt.
Der Durchtritt unter den ausgebreiteten Armen des Gekreuzigten auf Augenhöhe führt in den Westchor, dem gotischen Gesamtkunstwerk aus Architektur, Skulptur und Glasmalerei. Dieser Durchtritt in den Stein gemeißelten Himmel auf Erden als Versinnbildlichung der Weisung „Christus Ianua Vitae“ war sehr emotional durch die Parallelität unseres Wahlspruches „Vitis Ianua Vitae“.
Die berühmten Stifterfiguren mir ihren differenzierten menschlichen Gesichtszügen blickten hier auf uns herab, die Säulen der Kreuzgewölbe auf Ihren Schultern tragend. Unter Ihnen Uta von Ballenstedt, die wohl schönste Frau des Mittelalters, ihr Blick stolz, nachdenklich und geheimnisvoll. Chronistendisziplin erlaubt weitere Meisterwerke hier nur stichpunkthaft aufzuzählen: 5-Evangelistenkanzel (mit Luther), Elisabeth-Kapelle, Reglinde mit dem schönsten Lächeln des Mittelalters, die „Taubenhäuser“ und auf den „Naumburger Meister“ sei nur hinzuweisen.
Tief beeindruckt wirkte das Erlebte beim anschließenden Stadtrundgang mit Ket-Wurst-Verzehr und Cappuccino auf dem sonnigen Marktplatz von Naumburg nach, wo uns von der Rathausuhr der Spruch verabschiedete: „Die Stunde rinnt, wer sie nutzt, gewinnt.“ St. Wenzel mit der berühmten von J.S.Bach bespielten Hildebrand Orgel von 1746 war leider geschlossen.
Das nächste Ziel war das Landesweingut Kloster Pforta, das 1137 als Zisterzienserkloster „Sanctae Mariae ad Portam gegründet wurde. Bei der Weinbergsführung am Köppelberg, wo seit 1144 Wein angebaut wird, konnten wir die fortbestehende Rebenvielfalt aus dem Zwangserbe der DDR kennen lernen. Hier hat auch Carl Julius Bernhard Börner nach der Reblaus-Katastrophe durch Verwendung amerikanischer Wildreben den modernen Pfropfrebenbau begründet. Eine Weinprobe mit Weinen ausgezeichneter Qualität rundete den Besuch ab.

Nach der Weiterfahrt zur Wein- und Sektmanufaktur Naumburg, der ältesten deutschen Sektkellerei, wo seit 1824 „moussierende Weine“ hergestellt werden, konnte Bruderschaftsmeister Peter Schwappach im größten in Naturfels gehauenen Gewölbekeller der Region unter großem Applaus seine Fähigkeit zur Säbel-Dekapitation von Sektflaschen demonstrieren.
Das gemeinsame Abendessen erfolgte dann im gemütlichen Ambiente des ausgezeichneten Gasthauses „zur Henne“, der, wie sich herausstellte, Kinderstube unserer Hanne Birgit.
Samstag, 6. Juni (Dr. Gabriele Brendel) Winzervereinigung – Rotkäppchen – Schloss Neuenburg (Freyburg)

Der Samstag begann bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel mit einer inspirierenden Führung durch die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut eG. Marén Krug vermittelte uns spannende Einblicke in die Geschichte des Hauses, das 1934 von 27 Winzern mit 34 Hektar Rebfläche gegründet wurde. Die Genossenschaft hat sich über die Jahre eindrucksvoll entwickelt: Heute bewirtschaften rund 380 Mitglieder etwa 400 Hektar Rebflächen. Damit ist die Winzervereinigung der größte Weinproduzent der neuen Bundesländer. Verarbeitet werden Trauben aus Sachsen-Anhalt, aber auch aus Thüringen und Brandenburg.
Während des Rundgangs durch den Keller beeindruckten uns besonders die armdicken Leitungen aus Jenaer Glas, die noch heute zum Umpumpen des Weines verwendet werden. Sie stammen aus DDR-Zeiten, als Edelstahl sehr knapp war.
Eine Besonderheit im Sortiment ist der „Wein vom Poetenweg“ aus Weimarer Gemarkungen (Thüringen). Diese Flächen wurden vor einigen Jahren von Georg Prinz zur Lippe übernommen und heute unter der Bezeichnung „Werkstück Weimar“ vermarktet.
Die Verkostung von Müller-Thurgau, Dornfelder Rosé und Blauem Zweigelt rundete das informative Besuchsprogramm ab. Anschließend stärkten wir uns bei einem Mittagsimbiss im idyllisch an der Unstrut gelegenen Restaurant Burgsmühle.

Am frühen Nachmittag stand die Rotkäppchen Erlebniswelt auf dem Programm. Ausgestattet mit Audioguides begaben wir uns auf eine spannende Reise durch die Geschichte der traditionsreichen Sektkellerei und lernten zugleich moderne Herstellungsmethoden kennen. Natürlich durfte dabei auch ein Glas Rotkäppchen Sekt nicht fehlen.
Am 26. September 1856 gründeten Moritz und Friedrich Julius Kloss gemeinsam mit Carl Foerster das traditionsreiche Unternehmen. Aus markenrechtlichen Gründen wurde später aus Kloss & Foerster die Bezeichnung „Rotkäppchen“, die sich auf die charakteristische rote Kapsel auf den Flaschen bezieht.

Seit 1856 gilt die Kellerei als eine der führenden Sekthersteller Deutschlands, und der Rundgang machte deutlich, weshalb „Rotkäppchen“ bis heute einen festen Platz in der deutschen Wein- und Sektlandschaft einnimmt. Zur Unternehmensgruppe gehören inzwischen unter anderem die Marken Mumm, Geldermann, Doppio Passo, Ruggeri, Jules Mumm, MM extra, Blanchet, Chantré und Eckes.
Nach dem roten Glanz der Sektwelt blieb noch etwas Zeit für einen Spaziergang durch die malerische Altstadt von Freyburg, bevor wir zum Schloss Neuenburg weiterfuhren. Dort erwartete uns eine interessante Führung durch das Burgmuseum.

Die Neuenburg wurde um 1090 durch Graf Ludwig den Springer gegründet und bis 1230 unter den Landgrafen von Thüringen prachtvoll ausgebaut. Es entstand eine weitläufige Anlage mit prächtigen Wohnbauten, der einzigartigen Doppelkapelle, mächtigen Mauern und Türmen sowie der großen Vorburg. Mit ca. 30.000 Quadratmetern umbauter Fläche ist die Neuenburg etwa dreimal so groß wie die Wartburg und zählt zu den größten Burgen Deutschlands.
Nach dem gemeinsamen Rundgang erkundeten wir auf eigene Faust das Uhrenmuseum, das Weinmuseum und den Weinkeller. Besonders erfreut waren wir, die Ehrenurkunde zur Erinnerung an die gemeinsame Weingala „Saale-Unstrut trifft Franken“ aus dem Jahr 2018 zu entdecken. Sie erinnert an das 25-jährige Gründungsjubiläum der Weinbruderschaft Saale-Unstrut (siehe Foto)


Beim köstlichen Abendessen auf der Hotelterrasse erwarteten uns gleich zwei schöne Weinüberraschungen. Unsere mitreisende Weinschwester Christina Jacob aus Heilbronn spendierte einen frisch-fruchtigen Kerner aus der Region. Darüber hinaus hatte Dieter Hanisch, 1. Bruderschaftsmeister der Weinbruderschaft Saale-Unstrut, ein Weinpaket mit Weißem Burgunder für uns mitgebracht, das er nach einer launigen Ansprache überreichte. Wir danken den beiden Weinfreunden ganz herzlich für ihre großzügigen Weinspenden, die angenehmen Gespräche und den stimmungsvollen Ausklang eines erlebnisreichen Tages.
Sonntag, 7. Juni (Heiner Ratsch) Besuch in Bad Kösen und Weimar

Am letzten Tag ließen wir uns im kleinen Kurort Bad Kösen führen, der vor allem für seine Salzgewinnung bekannt war. Der Ort geht aus einem Gutshof hervor, der im Hochmittelalter unter dem Namen „Cusne“ gegründet worden war.
Wir besichtigten die historische Salinenanlage mit Wasserrad, Borlach-Solschacht und dem Gestänge, das die Sole mit historischer Saug-Technik aus 165 m Tiefe an die Oberfläche bringt um damit das Gradierwerk zu speisen.

Dann folgten wir dem Weg der 180m langen, bis heute funktionsfähigen Holzkonstruktion zur Kraftübertragung aus dem 18. Jhdt. bis zum Gradierwerk. Hier durften alle Schwindelfreien das 20 Meter hohe und 365 Meter lange Gradierwerk besteigen und den luftigen Rundblick genießen. Das Gradierwerk diente früher dazu, den Salzgehalt der Sole zu erhöhen, um Energie beim späteren Salzsieden zu sparen. Bis heute nutzen Einheimische und Kurgäste das Gradierwerk mit seinem Wandelgang zur Freiluftinhalation.

Weimar empfing uns zunächst mit einer Kulturführung: Altstadt mit Stadtschloss, Anna-Amalia-Bibliothek und dem 2 km langen Park an der Ilm mit dem beeindruckenden Baumbestand im englischen Stil mit Goethes Gartenhaus. Mit einem Blick auf Charlotte von Steins Haus schlenderten wir zum historischen Ginkgo-Baum. In einem Gedicht hatte Goethe als 66-Jähriger dessen zweigeteiltes Blatt beschrieben. Natürlich musste Goethes Wohnhaus auf dem Programm stehen, gefolgt vom Marktplatz mit dem neogotischen Rathaus sowie dem Hotel Elefant, dem Cranachhaus im Renaissance-Stil und dem Geburtshaus von Carl Zeiss.

Zum kulinarischen Ausklang kehrten wir in der Vinothek “Alte Liebe” ein. Die herzlichen deutsch-französischen Gastgeber Elizabeth und Michael Maass gaben einen Einblick in die Entwicklung des Weimarer Weinbaus und boten uns einen herzhaften Imbiss aus eigener Küche. Weimarer Weinbegleiter waren: Poet Cuvée aus Müller-Thurgau, Auxerrois, Riesling, Muscaris, Poetenweg Frühburgunder und Poetenweg Grauburgunder trocken.

Bestens gelaunt und glücklich über die schöne Exkursion wurden wir nach einer sehr gelungenen Reise von André Zehnter nach Würzburg gefahren.
PS: Herzlichen Dank an alle Protokollanten, die mit ihren Notizen die vielfältigen Erlebnisse auch für die Weingeschwister erlebbar machen, die nicht mitgefahren sind!